Im Fachhandel wird sehr viel unterschiedliches Zubehör für Teleskope angeboten. Auf dieser Seite werden einige dieser Zubehörteile vorgestellt. Dabei erhebt die Seite keinen Anspruch auf Vollsändigkeit und soll auch keine Kaufempfehlung geben. Allerdings wird ein einigen Fällen ein Hinweis gegeben, für welchen Zweck ein bestimmtes Zubehörteil benötigt wird. Da die Astronomie ein sehr vielseitiges Gebiet ist, muss nicht jeder Beobachter zwinged alles Zubehör besitzen.
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Zenitspiegel am Okularauszug
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Ein Zenitspiegel lenkt das Licht um 90° um und ermöglicht so bei der Beobachtung von Objekten, die hoch am Himmel stehen, einen bequemeren Einblick. Für Refraktoren, Schmidt-Cassegrain-Optiken, Cassegrain-Optiken und Maksutow-Optiken ist ein Zenitspiegel ein sehr nützliches ein Zubehörteil.
Bei Verwendung eines Zenitspiegels wird das Bild um die waagerechte Achse gespiegelt, dass heißt der Beobachter sieht ein aufrechtes, aber seitenverkehrtes Bild.
Ein Amiciprisma lenkt das Licht um 45° oder 90° um und dreht das Bild gleichzeitig so, dass der Betrachter im Okular ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild sieht. Dieses Zubehörteil ist dann sinnvoll, wenn mit dem Instrument nicht nur astronomischen Beobachtungen sondern auch Naturbeobachtungen durchgeführt werden sollen.
Eine Barlowlinse ist eine Zerstreuungslinse, die die Brennweite und damit die Vergrößerung des Teleskops erhöht. In der Regel verdoppelt (2x) oder verdreifacht (3x) die Barlowlinse die Objektivbrennweite. Sie wird vor dem Okular in den Okularauszug gesteckt. Die Barlowlinse wurde nach ihrem Erfinder Peter Barlow (brit. Mathematiker und Physiker, 1776 – 1862) benannt.
Einfache Barlowlinsen werden bereits für wenig Geld angebotenen. Der geringe Preis hat allerdings den Nachteil, dass man Abbildungsfehler durch eine nicht allzu hochwertige Optik in Kauf nehmen muss. Man kann natürlich eine qualitativ hochwertige Barlowlinse kaufen, aber die hat dann auch einen entsprechend hohen Preis. Statt einer Barlowlinse kann man selbsvertändlich auch ein Okular mit einer entsprechend kurzen Brennweite anschaffen.
Auch bei Verwendung einer Barlowlinse ist darauf zu achten, dass die maximal sinnvolle Vergrößerung nicht überschritten wird.
Ein Focalreducer ist das Gegenstück zu einer Barlowlinse. Es handelt sich also um eine Sammellinse, die die Brennweite und damit die Vergrößerung des Teleskops verringert. Das Wort Focalreducer kann mit „Brennweitenreduzierer” übersetzt werden.
Focalreducer werden haupts&aauml;chlich mit Teleskopen eingesetzt, die eine kleines Öffnungsverhältnis haben, denn die im Verhältnis zur Objektivöffnung lange Brennweite hat ein relativ kleines Gesichtsfeld zur Folge.
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Binokularansatz mit Okularen am Okularauszug
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Ein Binokularansatz wird am Okularende des Teleskops in den Strahlengang eingebaut und teilt das eingefangene Licht in zwei gleiche Teile. Hierdurch wird eine Beobachtung mit beiden Augen ermöglicht. Wenn ein Binokularansatz zum Einsatz kommt werden zwei baugleiche Okulare benötigt, die unter Umständen zusätzlich zum Binokularansatz angeschafft werden müssen.
Wenn ein Objekt mit beiden Augen gleichzeitig beobachtet wird, ist unser Gehirn in der Lage ein dreidimensionales Bild zu erzeugen. Zum Beispiel die Mondoberfläche und die Planeten wirken dadurch besonders plastisch. Dadurch, dass das eingefangene Licht in zwei Teile geteilt wird, wird aber auch die Lichtmenge, die für jedes Auge zur Verfügung steht, halbiert, das heißt das Bild wird dunkler.
Ein Binokularansatz, einschließlich der beiden Okulare, ist leider kein Leichtgewicht und man benötigt eventuell ein entsprechendes Gegengewicht um das Teleskop im Gleichgewicht zu halten. Die Montierung und der Okularauszug müssen ebenfalls eine entsprechende Stabilität aufweisen.
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Okularrevolver mit 2-Zoll Seckhülse und vier Okularen mit 1¼ Zoll Steckhülsen an einem
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Ein Okularrevolver bietet die Möglichkeit in der Regel vier Okulare gleichzeitig an den Okularauszug anzuschließen. Dabei wird die Steckhülse des Okularrevolvers in den Okularauszug des Teleskops gesteckt. Der Okularrevolver bietet nun die Möglichkeit auf der anderen Seite mehrere Okulare anzuschließen. Es kann immer nur durch ein Okular beobachtet werden, wobei durch Drehen am Okularrevolver zwischen den verschiedenen Okularen gewechselt werden kann.
Um das Licht in die verschiedenen Okulare zu lenken, ist im Okularrevolver ein Spiegel eingebaut. Dieser verhält sich wie ein Zenitspiegel, dass heißt er bewirkt eine Bilddrehung um die waagerechte Achse.
Im Gegensatz zu Zoom-Okularen können die zur Verfügung stehenden Brennweiten durch Wechseln der Okulare beliebig variiert werden.
Es ist möglich das im Teleskop sichtbare Bild mit der Kamera des Mobiltelefons zu fotografieren. Hierbei wird das Mobiltelefon hinter das Okular gehalten und, wenn das Bild scharf ist, wird die Aufnahme ausgelöst. Wird das Mobiltelefon dabei in der Hand gehalten, ist es nicht einfach das Gerät so ruhig zu halten, dass das Bild optimal positioniert und scharft ist. Spätestens, wenn die Aufnahme durch tippen auf das Display oder betätigen einer Taste ausgelöst werden soll besteht die Gefahr des Verwackelns.
Abhilfe schaffen hier spezielle Halter für Mobiltetefone. Sie ermöglichen das Mobiltelefon am Tesekop zu befestigen. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit das Mobiltelefon bzw. dessen Kamera-Linse durch entsprechende Mechaniken zu verschieben und exakt zu positionieren. Es besteht auch die Möglichkeit die Kamera-Linse exakt in den Fokus zu schieben. Bei der Verwendung eines solchen Zubehörs erweist es sich als vorteilhaft, wenn das Mobiltelefon so eingestellt ist, dass die Aufnahme durch ein akustisches Signal (z.B. das Wort "klick") ausgelöst werden kann.
Es gibt Filter für unterschiedliche Anwendeungen. Beispielsweise um Kontraste zu vertärken, um störendes Licht rauszufiltern oder um das helle Mondlich zu dämpfen.
Um ein Filter für die visuelle Beobachtung zu benutzen wird der Filter einfach in das Gewinde, das sich auf der Innenseite der Okularhülse befindt geschraubt. Der Fachhandel bietet sowohl für 1¼ Zoll-Okulare als auch für 2 Zoll Okulare ein umfangreiches Angebot an Filtern. Wenn oft mit Filtern gearbeitet wird und diese häfig gewechselt werden empfiehlt sich die Verwendung eines Filterschiebers oder eines Filterrads.
Auf einige Filtertypen, die häfig verwendet werden, werden in diesem Abschnitt kurz beschrieben.
Bei Mondfiltern handelt es sich um ein Grau- oder Neutralfilter, das die Aufgabe hat das helle Mondlicht zu dämpfen. Besonders bei Teleskopen mit einer großen Öffnung kann das Mondbild sehr hell sein, was soweit geht, dass der Beobachter regelrecht geblendet ist.
Mondfilter haben einen Lichtdurchlass von 8 % bis 50 %. Je größer die Öffnung des Teleskops ist und desto heller demzufolge das Mondbild ist, desto geringer wird der gewählte Lichtdurchlass sein. Neben den Mondfiltern mit festem Lichtdurchlass gibt es auch solche mit variablem Lichtdurchlass. Hier kann die Helligkeit des Mondbilds variabel nach den persönlichen Vorlieben eingestellt werden.
Farbfilter werden bei der visuellen Beobachtung praktisch nur bei der Beobachtung von Planeten benutzt. Auf die Frage ob sie zu einer Kontraststeigerung beitragen und Details auf der Planetenoberfläche besser zu erkennen sind gibt es ungefähr genauso viele Antworten wie Beobachter. Ein Satz Farbfilter, wie er im Fachhandel angeboten wird, ist also kein unbedingtes Muss für die Grundausstattung zur visuellen Beobachtung. Wenn man das Glück hat sich zunächst einige Farbfilter ausleihen zu können, kann man die Entscheidung, ob man die eigene Sammlung um entsprechende Farbfilter erweitert, am besten treffen.
Für die Astrofotografie gibt es spezielle L-RBB Filter. Die Abkürzung L-RGB steht für Luminanz, Rot, Grün und Blau. Diese Filter werden benötigt, wenn mit einer Scharz-Weiß-Kamera fotografiert wird, am Ende aber eine farbiges Bild entstehen soll. Es werden mit jedem Filter eine Aufnahme gemacht, aus denen dann am Computer ein farbiges Summenbild gerechnet.
Der Kontrast-Booster wird praktisch ausschließlich für die Beobachtung mit achromatischen Refraktoren verwendet. Er sperrt den Lichtanteil am kurzwelligen, blauen Ende des sichtbaren Spektrums, so dass der bläuliche Farbsaum, den man in diesen Instrumenten bei der Beobachtung von hellen Objekten sieht, minimiert wird. Das Bild wird bei Verwendung eines solchen Filters gelblicher, aber auch kontrastreicher. Bei apochromatischen Refraktoren wird kein Kontrast-Booster benötigt.
Aktualilsiert am 01. Februar 2025 von Martina Haupt