Aufgabe der Montierung ist es das Fernrohr zu tragen und es beweglich zu machen, so dass es auf jedes Objekt am Himmel ausgerichtet werden kann. Außerdem ermöglicht die Montierung die Nachführung des Fernrohrs auf die scheinbare Bewegung der Objekte am Himmel. Das heißt die Montierung wird entgegengesetzt der Erdrotation bewegt, sodass das eingestellte Objekt im Gesichtsfeld bleibt. Die Nachführung kann entweder manuell, also mit der Hand, oder mit Hilfe von Elektromotoren erfolgen. Es gibt Montierungen verschiedener Bauarten, die alle diesen Zweck erfüllen. Diese Seite gibt einen Überblick über die verschiedenen, in der Amateurastronomie gebräuchlichen, Montierungen.
Im Handel werden Montierungen aller Preisklassen angeboten. Beim Kauf, besonders bei Komplettangeboten muss darauf geachtet werden, dass die Montierung in der Lage ist das Gewicht des Teleskops zu tragen. Wenn die Montierung zu schwach ist, wird sie im wahrsten Sinne des Worte zur Schwachstelle, denn es wird dann schwierig Objekte überhaupt ins Blickfeld zu bekommen, bzw. sie dort zu behalten. Darüber hinaus ist eine zu schwach dimensionierte Montierung sehr anfällig gegen Wind und fängt bereits beim geringsten Windstoß an zu schwingen. Eine zu stabile Montierung gibt es dagegen nicht. Wenn das Instrument transportabel sein soll, muss man aber auch beachten, dass das Gewicht der Montierung mit zunehmender Tragkraft ebenfalls steigt.
Diese Seite ist in folgende Abschnitte gegliedert:
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Linsenteleskop (Refraktor) auf einer azimutalen Montierung
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Bei einer azimutalen Montierung wird das Instrument um die horizontale Achse (Azimut) und um die vertikale Achse (Höhe) bewegt. Dabei ist der Azimut, also die horizontale Achse, frei drehbar und in der Höhe, also in der vertikalen Achse kann zwischen Horizont (0°) und Zenit (90°) geschwenkt werden. Damit ein Objekt im Geschichtsfeld des Teleskopes bleibt, muss in beiden Achsen nachgeführt werden. Wenn die Nachführung mit der Hand erfolgt ist dies, besonders bei hohen Vergrößerungen, eine nicht immer einfache Aufgabe.
Der große Vorteil azimutaler Montierungen ist, dass sie nicht auf den Himmelspol augerichtet werden müssen. Gerade, wenn das Teleskop häufig transportiert werden muss, weil beispielsweise eine Beobachung am Wohnort nicht möglich ist, kann das ein Vorteil sein.
Azimutale Montierungen werden meist in Form einer Gabelmontierung oder als Dobson-Montierung angeboten.
Für die Astrofotografie sind azimutale Montierungen nur bedingt geeignet, da sich, wenn l&aouml;ngere Zeit auf ein Objekt nachgefährt wird, das Bildfeld dreht.
Dank der modernen, digitalen Fotografie ist es aber möglich mehrere, ausreichend kurz belichtete Aufnahmen übereinander zu legen und die Ränder so zu beschneiden,
dass die Randzonen, die nicht die volle Zeit belichtet wurden, wegfallen.
Kurz belichtete Aufnahmen (zum Beispiel die beleuchtete Mondoberfläche oder helle Planeten) können allerdings problemlos fotografiert werden.
Vorteile
+ azimutale Montierungen sind preiswert im Handel erhältlich
+ es ist keine (zeitaufwändige) Ausrichtung erforderlich
+ es wird kein Gegengewicht benötigt
Nachteile
– es muss um beide Achsen nachgeführt werden
– für die Astrofotografie nur bedingt geeignet
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Linsenteleskop (Refraktor) auf einer parallaktischen Montierung
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Bei einer parallaktischen Montierung, die auch äquatoriale Montierung genannt wird, ist eine der beiden Achsen parallel zur Erdachse ausgerichtet. Diese Achse wird als Stundenachse oder Rektazensionsachse bezeichnet. Die zweite Achse, die Deklinationsachse genannt wird, steht senkrecht dazu. Auf der einen Seite der Deklinationsachse ist das Teleskop befestigt und auf der anderen ein Gegengewicht, das das System im Gleichgewicht hält.
Die Ausrichtung parallel zur Erdachse hat den Vorteil, dass nur eine Achse nachgeführt werden muss, um die scheinbare Bewegung der Objekte am Nachthimmel zu kompensieren. Bei einer automatischen Nachführung kommt man hier mit nur einem Schrittmotor aus.
Bei einer parallaktischen Montierung kann es passieren, dass das Teleskop „umgeschlagen” werden muss, das heißt es muss von einer Seite der Montierung auf die andere Seite geschwenkt werden. Das kann erforderlich werden, wenn das Teleskop an die Montierung anschlägt und nicht auf ein bestimmtes Objekt positioniert werden kann, oder weil sich das Okular in einer Position befindet (sehr hoch oder sehr niedrig) in der der Einblick sehr unbequem ist.
Vorteile
+ es muss nur eine Achse nachgeführt werden
+ kann für die Astrofotografie eingesetzt werden
Nachteile
– ggf. ist ein „Umschlagen” des Teleskops erforderlich
– es wird ein Gegengewicht benötigt
– es ist eine Ausrichtung der Montierung notwendig
Eine Gabelmontierung kann entweder azimutal oder parallaktisch aufgestellt werden. Bei einer azimutalen Aufstellung wird sie waagerecht positioniert und bei einer parallaktischen Aufstellung wird sie mit Hilfe einer sogenannten Polhöhenwiege parallel zur Erdachse ausgerichtet.
Gabelmontierung können sehr stabil gebaut werden und werden deshalb oft för moderne Großteleskope eingesetzt. Sie sind sehr gut für Teleskope mit kurzen Tuben (zum Beispiel Cassegrain-Teleskope) geeignet. Weniger gut geeignet sind sie dagegen für Teleskope mit langen Tuben (zum Beispiel Refraktoren).
Vorteile
+ gut geeignet für kurze Tuben
+ kann für groß, schwere Teleskope eingesetzt werden
Nachteile
– weniger gut für lange Tuben (z.B. Refraktoren) geeignet
Die Dobson-Montierung wurde entwickelt, um eine preisgünstige Montierung für Teleskope mit großer Öffnung (und entsprechend großem Gewicht) bauen zu können. Sie ist eine Form der azimutalen Montierung und wurde in den 1950er Jahren von dem US-amerikanischen Amateurastronomen John L. Dobson entwickelt. Bei den verwendeten Optiken handelt es sich praktisch ausschließlich um Spiegelteleskope in Newton-Bauweise. In der Regel erfolgt die Nachführung mit der Hand, es sind auch Dobson-Montierungen mit motorischer Nachführung im Fachhandel verfügbar.
Ein großer Vorteil der Dobson-Montierung ist, dass sie relativ schnell und einfach aufzubauen ist, da keine Ausrichtung erforderlich ist. Gerade, wenn das Teleskop häufig transportiert werden muss, zum Beispiel weil astronomische Beobachungen am Wohnort nicht möglich ist, ist das ein großer Vorteil.
Für die Astrofotografie sind sie allerdings nur bedingt geeignet, da sich, wenn längere Zeit auf ein Objekt nachgeführt wird, das Bildfeld dreht. Kurz belichtete Aufnahmen (zum Beispiel die beleuchtete Mondoberfläche) stellen kein Problem dar.
Der Handel bietet auch Dobson-Teleskope an, die gewichtssparend gebaut wurden und platzsparend zusammengelegt werden künnen. Diese Dobson-Teleskope sind gut geeignet, um sie mit auf Reisen zu nehmen. Einige können sogar als Handgepäck mit in ein Flugzeug genommen werden.
Vorteile
+ preisgünstige Montierung für große (Newton-)Optiken
+ es ist keine (zeitaufwändige) Ausrichtung erforderlich
+ bei entsprechender Bauweise als „Reiseteleskop” geeignet.
Nachteile
– es muss um beide Achsen nachgeführt werden
– für die Astrofotografie nur bedingt geeignet
Bei einer GoTo-Montierung handelt es sich nicht um eine Montierung im engeren Sinne. Vielmehr bezieht sich die Bezeichnung GoTo darauf, dass die Objekte mit Hilfe einer Computersteuerung angefahren werden können. Beim Aufsuchen von schwachen Objekten, die kaum oder gar nicht mehr im Sucher zu sehen sind, ist eine solche Computersteuerung sehr hilfreich. Die Bedienung ist entweder über ein Handsteuerung, die per Kabel mit dem Montierung verbunden ist, möglich oder aber mittels Computer über eine elektronische Sternkarte.
Vorteile
+ es können auch Objekte angefahren werden, die nicht mehr im Sucher zu sehen sind
Nachteile
– beide Achsen müssen motorisch bewegt werden können, dass heiß es werden zwei Motoren benötigt.
– hoher Preis
Erstellt am 30. Dezember 2024 von Martina Haupt