In einem Sonnenkalender nimmt den Jahreslauf der Erde um die Sonne als Basis für die Länge eines Jahres. Damit werden die Probelmatiken der Mondkalender und Lunisolarkalender umgangen.
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Ein Sonnenkalender oder Solarkalender nimmt den Jahreslauf der Erde um die Sonne als Basis für die Länge eines Jahres. Der Mond und seine Phasengestalt bleiben vollkommen unberücksichtigt, anders als bei den Lunisolarkalendern oder den Mondkalendern.
Basis für ist das Sonnenjahr ist das tropische Jahr. Ein tropisches Jahr ist, vereinfacht ausgedrückt, die Zeit zwischen zwei gleichen Zeitpunkten im Ablauf der Jahreszeiten, zum Beispiel von einer Frühlings-Tagundnachtgleiche (Frühlingsanfang) zur nächsten oder von einer Sommersonnenwende (Sommeranfang) zur nächsten. Ein tropisches Jahr ist 365,242 Tage lang.
Die Zeitpunkte der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen konnten bereits sehr früh bestimmt werden, so wie wie zum Beispiel mit der der jungsteinzeitlichen Kreisgrabenanlage von Goseck.
Für die Länge der Monate in einem reinen Sonnenkalender gibt es keine zwingend anzuwendende Regel. Die Längen der Monate müssen allerdings so gewählt werden, dass die Summe der Anzahl der Tage in einem Jahr mit der Länge des tropischen Jahrs übereinstimmt. Da Anzahl der Tage in einem tropischen Jahr mit 365,242 keine ganze Zahl ist, müssen regelmäßig Schalttage eingebaut werden.
Da die Länge des Sonnenjahres mit der Länge des tropischen Jahres übereinstimmt, korreliert der Sonnenkalender mit den Jahreszeiten. Das heißt ein bestimmter Monat fällt zuverlässig immer in die gleiche Jahreszeit.
Sonnenkalender bieten die Möglichkeit feste Regeln für ein Schaltjahressystem aufzustellen, so dass diese Kalender über Jahrhunderte hinweg mit einer für das alltägliche Leben ausreichenden Genauigkeit funktionieren.
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Monaten und den Mondphasen. Menschen, die ihr Leben mit den Mondphasen harmonisieren wollen, müssen also spezielle Kalender nutzen, die zusätzlich zu dem Kalenderium gemäß des offiziellen Sonnenkalenders auch die Mondphasen anzeigen.
Da die 365 nur vier Teiler (1, 5, 73 und 365) hat, ist ein Sonnenkalender mit gleich langen Monaten zwar möglich, aber im Alltag nicht sonderlich praktisch. Deshalb hat zum Beispiel der gregorianische Kalender zum Beispiel 7 Monate mit 31 Tagen, 4 Monate mit 30 Tagen und einem Monat mit 28 bzw. 29 Tagen.
Bei einer der Höhlenmalereien in der Magura-Höhle in Bulgarien könnte es sich, nach der Interpretation der Archäologen, um einen alten Sonnenkalender handeln. An einer Stelle befindet sich ein sonnenähnliches Symbol und in direkter Nachbarschaft dazu eine Matrix mit 19 Punkten, mit dem 19-jährigen Meton-Zyklus in Zusammenhang gebracht werden. 27 weitere Punkte, die sich unmittelbar daneben befinden werden in Zusammenhang mit dem siderischen Mondzyklus gebracht, der rund 27,32 Tage lang ist.
Im osmanischen Reich und im alten Ägypten gab es sogenannte Fiskalkalender, bei denen es sich um reine Sonnenbadender handelte. Diese Fiskalkalender wurden benutzt um die Termine für die Steuerzahlungen und Naturalleistungen zu bestimmen. Da es sich um Sonnenbadender handelte boten diese Filkalkalender den Vorteil, dass zum Beispiel die Naturalleistungen der Bauern immer zur Erntezeit eingetrieben werden konnten. Im täglichen Leben der Menschen wurden dagegen häufig Mondkalender benutzt, da diese im engen Bezug zur Religion, Ritualen und Festen standen.
Er wurde im Jahr 45 v. Chr. von Julius Caesar im Römischen Reich eingeführt, von dessen Namen auch die Bezeichnung „julianischer Kalender” abgeleitet ist.
Die Differenz zwischen dem Datum im alten römischen Lunisolarkalender und dem Datum im Jahreslauf der Sonne hatte sich auf 90 Tage aufsummiert. Ursachen waren zum einen, dass die Schaltregeln teilweise dem politischen Opportunismus zum Opfer fielen, aber auch die Unkenntnis über den wahren Jahreslauf der Sonne.
Im Jahre 63 v. Chr. wurde Caesar durch die Volksversammlung zum Pontifex Maximus gewählt. Der Pontifex Maximus war ursprünglich der oberste Priester im römischen Staatskult, später ging der Titel dann auf den römischen Kaiser und schlussendlich dann auf den Papst als Oberhaupt der Katholischen Kirche über. Der Pontifex Maxiumus war, neben seinen sakralen Aufgaben, auch für den Kalender zuständig und so gehörte es zu Caesars Aufgaben den aus dem Tritt geratenen Kalender zu reformieren.
Während einer Reise nach Ägypten lernte er den ägyptischen Sonnenkalender kennen und nahm den Astronomen und Mathematiker Sosigenes von Alexandria als Berater mit nach Rom. Caesar hörte auf den Rat von Sosigenes den alten, römischen Lunisolarkalender durch einen Sonnenkalender zu ersetzten.
Als erste Maßnahme fügte Caesar die fehlenden 90 Tage ein indem er im Jahr 46 v. Chr. eine Schatmonat mit 33 Tagen und zwei zusätzliche Monate mit 33 bzw. 34 Tagen einfügte. Das Jahr 46 v. Chr. hatte damit 445 Tage. Als zweites verlegte er den Beginn des Jahres endgültig auf den ersten Januar, denn der entsprechende Beschluss des römischen Senats aus dem Jahr 153 v. Chr. wurde de facto nicht umgesetzt.
Als dritte und letzte Maßnahme passte Caesar die Länge der Monate so an, dass ein Gemeinjahr – also ein „normales” Jahr – 365 Tage hatte. Jedes vierte Jahr sollte ein Schaltjahr sein, bei dem im Februar ein zusätzlicher Tag eingeschaltet wird um der Länge eines Sonnenjahres von rund 365,25 Tagen Rechnung zu tragen.
Ein tropisches Jahr ist aber nur rund 365,25 Tage lang. Die genaue Länge beträgt 365,24219 Tage. Die Differenz von 11 Minuten und 14,784 Sekunden mag auf den ersten Blick klein erscheinen, summiert sich aber in 128 Tagen auf eine vollen Tag.
Nachdem Caesar im Jahre 44 v. Chr. ermordet wurde, hat der römische Senat ihm zu Ehren beschlossen den Monat „Quintilis”, in Iulius umzubenennen.
Nach dem Tod Caesars wurde die Schaltregel dann falsch interpretiert. Die Priester gingen von einer Inklusivzählung aus, wie sie im alten Rom durchaus üblich war. Durch diese Inklusivzählung ist das vierte Jahr der ersten vier Jahre gleichzeitig das erste Jahr der nächsten vier Jahre. Das führte dazu, dass alle drei Jahre eine Schaltung vorgenommen wurde. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um das älteste bekannte Beispiel eines Zaunpfahlfehlers.
Die zu viel eingefügten Schaltjahre wurden durch Kaiser Augustus korrigiert, indem er die Schaltungen in den Jahren 5 v. Chr., 1 v. Chr. und 4 n. Chr. aussetzte und die Schaltungen erst im Jahre 8 n. Chr. wieder aufnahm. Die Schaltregel wurde daraufhin unmissverständlicher formuliert: Schaltjahre sind Jahre mit einer durch vier teilbaren Jahreszahl.
Auf Drängen von Kaiser Augustus hin beschloss der Römische Senat den Sextilis zu Ehren von Kaiser Augustus in „Augustus” umzubenennen. Damit Augustus nicht schlechter gestellt ist als Caesar und beide Monate 31 Tage lang sind wurde der Augustus um einen Tag (von 30 Tagen auf 31 Tage) verlängert. Dafür wurde der Februar auf 28 Tage verkürzt. Um zu vermeiden, dass es drei aufeinander folgende Monate mit je 31 Tagen gibt wurden der September und der November auf 30 Tage verkürzt und im Gegenzug der Oktober und der Dezember auf 31 Tage verlängert.
Die Differenz von 11 Minuten und 14,784 Sekunden, die ein julianisches Jahr im Vergleich zum tropischen Jahr zu lang ist hatten sich bis zum Jahr 1582 auf 10 Tage aufsummiert.
Papst Gregor XIII. setzte eine Kommission aus Fachleuten ein um die Ungenauigkeiten im Julianischen Kalender zu korrigieren. Gregor XIII. folgte den Empfehlungen der Kommission und gab am 24. Februar 1582 in der päpstlichen Bulle „Inter Gravisimas” bekannt.
Um die Differenz zwischen dem astronomischen und dem kalendarischen Frühlingsbeginn auszugleichen wurden 10 Tage aus dem Kalender gestrichen, die Wochentagszählung wurde aber fortgesetzt. Auf Donnerstag den 4. Oktober 1582 folge somit Freitag der 15. Oktober 1582.
Damit es zukünftig nicht wieder zu Abweichungen vom Sonnenlauf zum Kalenderdatum kommt wurde die Schaltregel angepasst. Säkularjahre, das sind jeweils die letzten Jahre eines Jahrhunderts, deren Jahreszahl ohne Rest durch 100 teilbar ist, wie zum Beispiel 1900, 2000 oder 2100, sind keine Schaltjahre. Ausnahmen sind Säkularjahre deren Jahreszahl ohne Rest durch 400 teilbar ist, die zum Beispiel das Jahr 2000.
Durch diese Anpassung der Schaltregel wird es erst nach rund 3200 Jahren zu einer Abweichung von einem Tag zwischen Gregorianischem Kalender und tropischem Jahr kommen.
Der Gregorianische Kalender ist, wie der Julianische Kalender, ein reiner Sonnenkalender, auch wenn die Berechnungsmethode für die Mondphasen verbessert wurde. Die Mondphasen werden ausschließlich zur Terminierung von Festen und Feiertagen herangezogen.
Die Einführung des Gregorianischen Kalenders stieß in der Bevölkerung nicht auf Begeisterung, besonders in Regionen mit überwiegend protestantischen Einwohnern. Es dauerte deshalb auch mehrere Jahrhunderte bis sich der Gregorianische Kalender weltweit durchgesetzt hat. Im Vatikan, Italien, Spanien, Polen und Portugal wurde der Gregorianische Kalender sofort im Jahre 1528 eingeführt. Es zogen immer mehr Länder nach und 1926 stellte schließlich die Türkei und 1928 Ägypten auf den Gregorianischen Kalender um. Inzwischen wird der Gregorianische Kalender weltweit in Handel, Verkehr und Wissenschaft genutzt.
In Deutschland erfolge die Umstellung vom Julianischen auf den Gregorianischen Kalender regional unterschiedlich. In Bayern, Köln und Achen erfolgte die Umstellung bereits 1583, währen in den protestantischen Ländern erst 1700 umgestellt wurde. Das führte dazu, dass Kalender gedruckt wurden, bei denen parallel die Daten des Julianischen und des Gregorianischen Kalenders abgelesen werden konnten.
Erstellt am
24.02.2026, 12:40 UTC
Von: Martina Haupt
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