Absorption (Physik/Astronomie)

Das Wort Absorption ist vom lateinischen absorptio abgeleitet, was soviel bedeutet wie „Aufnahme” oder – etwas freier übersetzt – „Verschlucken”. Das dazugehörige Verb ist: absorbieren.

Das Wort Absorption wird – neben der Physik – in den verschiedensten Bereichen, wie zum Beispiel in der Medizin oder in der Psychologie, und in den unterschiedlichsten Kontexten verwendet. In diesem Artikel wird aber nur auf die Verwendung in der Physik mit Focus auf die Astronomie eingegangen.

 

Übersicht


Absorption in der Physik/Astronomie

In der Astronomie relevant sind die Absorption von elektromagnetischer Strahlung und die Absorption von Teilchenstrahlung.

Bei der Absorption dringt die Strahlung (elektromagnetische Strahlung oder Teilchenstrahlung) in ein Medium (Festkörper oder Gas) ein. Die Energie, die die eindringende Strahlung mitbringt, wird auf das Medium ü,bertragen und in eine andere Energieform umgewandelt. Ein Beispiel aus dem täglichen Leben ist Sonnenenergie, die auf eine schwarze Oberfläche trifft und diese aufheizt. Hier wird elektromagnetische Strahlung, in diesem Falle infrarotes Licht, das von der Sonne abgestrahlt wurde, von dem schwarzen Gegenstand absorbiert und in Wärmeenergie umgewandelt.

In der Astronomie spielt die Absorption beispielsweise bei beiden folgenden Prozessen eine Rolle:


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Absorptionslinien (Fraunhoferlinien)

In den äußern Gasschichten eines Sterns – und auch unsere Sonne gehört dazu – werden bestimmte Wellenlängen des Lichtes, das von den inneren Schichten des Sterns abgestrahlt wurde, absorbiert. Diese Absorption zeigt sich in dunklen Linien, die im Spektrum der Sterne zu beobachten sind. Aus dem Vorhandensein oder nicht Vorhandensein dieser Absorptionslinien und der Intensität dieser Linien können Rückschlüsse über die Zusammensetzung des Stern gezogen werden.

Diese Absorptionslinien werden, nach ihrem Entdecker, dem Münchner Optiker Joseph von Fraunhofer, auch Fraunhoferlinien genannt.


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Atmosphärische Absorption

Die Erdatmosphäre absorbiert einen großen Teil der solaren Strahlung, was uns zum Beispiel vor zu viel schüdlichem UV-Licht schützt. Es gibt jedoch Wellenlängen-Bereiche in denen die solare Strahlung nicht absorbiert wird. Diese Bereiche werden Atmosphärische Fenster genannt.

Die Astronomen können von der Erde aus nur elektromagnetische Strahlung messen und beobachten, deren Wellenlänge innerhalb der Atmosphärischen Fenster liegt, da nur diese elektromagnetische Strahlung die Erdoberfläche erreicht. Elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen, die von der Erdatmosphäre absorbiert werden, kann nur mit Hilfe von Satelliten, die sich in Umlaufbahnen oberhalb der Erdatmosphäre befinden, gemessen werden.


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Dunkelwolken

Dunkelwolken sind große Ansammlungen interstellarer Materie, die das Licht von Objekten, die sich von der Erde aus gesehen hinter der Dunkelwolke befinden, absorbieren. Dadurch werden die Hintergrundobjekte, das können beispielsweise Sterne, Emissionsnebel oder Reflexionsnebel sein, völlig ausgeblendet oder wenigstens stark abgedunkelt. Ein sehr bekanntes Beispiel für eine Dunkelwolke ist der Pferdekopfnebel, der im Sternbild Orion zu finden ist.


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Quellen:


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Aktualisiert am 07.05.2026, 15:49 UTC
Von: Martina Haupt
Kontakt: martina.haupt[ät]amateursternwarte.de